don’t edit before breakfast.

elya + ray bloggen sich was zusammen. 
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Nix über Fossa. Oder: Der Kreis schließt sich.

Ein langer Samstag für viele von uns liegt hinter uns, Jurysitzung und ein Kölner Mega-Stammtisch mit über 40 Teilnehmern, der ganz ungewohnt noch in einer Spätkneipe (für Ehrenfelder Verhältnisse) endete, nachdem man im Goldmund die Stühle hochgestellt hatte. Aber darüber wollen wir gar nicht schreiben, war ja eh die halbe, vor Neugier platzende Community da...

Wir beide kamen ausnahmsweise etwas später zum Stammtisch als sonst, und das kam so:

Ray auf der Galerie im Trikonchos am Stativ

Etwa vor zweieinhalb Jahren nahmen wir mit dem Artikel Groß St. Martin (Betonung auf dem "i") am Schreibwettbewerb teil und erreichten einen ganz guten Platz unter den ersten Zehn damit. Damals kannten wir fast jedes Mosaiksteinchen der Kirche, und man ließ uns bei einem Besuch sogar alleine auf Turm und Zwerggalerie herumturnen („machen Sie bitte das Licht im Turm aus, wenn Sie fertig sind“). Es war eines der beeindruckendsten Erlebnisse für uns - die wohl zweitbedeutenste Kirche von Köln, und wir ganz alleine nur mit Kamera und Stativ und völlig freier Hand.

Groß St. Martin war jahrhundertelang Abteikirche eines Benediktinerklosters, das vor knapp über 200 Jahren im Rahmen der Säkularisation aufgelöst wurde. Nach einem Dasein als Pfarrkirche bis zum Zweiten Weltkrieg hatte sie nach Zerstörung und Wiederaufbau nie eine eigene Gemeinde, sondern stand nur einzelnen Gruppen für fremdsprachige Gottesdienste zur Verfügung.

Am letzten Donnerstag  leuchtete nun ein interessanter Diff auf unseren Beobachtungslisten auf: St. Martin sollte ab diesem Wochenende wieder Klosterkirche werden, was uns in den Kölner Nachrichten bislang wohl entgangen war. Samstag abend um 18 Uhr gab es die feierliche Eröffnungsvesper mit Kardinal Meisner. Na, das ließ sich doch prima in unser Tagesprogramm einbauen. Nachdem wir die Jurymitglieder in der Stadt getroffen und zu ihrem Tagungsraum begleitet hatten, kehrten wir in die Stadt zurück und gesellten uns vor die bunte Menschenmenge vor Groß St. Martin, in der Kölsch und Französisch wild durcheinander gesprochen wurde. Die Gemeinschaft von Jerusalem ist ein junger Orden aus Frankreich, in dem die Liturgie ähnlich wie bei der Communauté de Taizé sehr stark durch Gesang geprägt ist. In Köln eröffnen sie ihre erste Filiale in Deutschland.

Eröffnungsvesper anlässlich der Gründung der Monastischen Gemeinschaften von Jerusalem in Groß St. Martin

Groß St. Martin war bis zu den Türen hinaus gefüllt von Menschen und dem zweisprachigen Gesang der Bruderschaft. Ansprachen und Predigten hielten sich angenehm kurz, der Rest war beinahe durchgängig Musik: Gebet, Gotteslob, Evangelium, Segen, alles. Eine besondere Stimmung.

Bemerkenswert ist, wie wir finden, daß die Schließung des Klosters St. Martin 1802 im Grunde durch die französische Besetzung ausgelöst wurde – und die Neugründung nun durch französische Ordensleute geschieht. Daß die Basilika, die uns durch unsere Artikelarbeit ans Herz gewachsen ist, nun wieder mit Leben gefüllt wird (sie wird nun täglich außer Montags ganztägig geöffnet sein, das war bisher nicht der Fall), freut uns besonders.

So kam es, daß Raymond und elya gestern mit glühenden Wangen, aber leicht verspätet im Goldmund ankamen.

(ray + elya)

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Schnipsel – oder was von der wmcon bleibt

Unendlich viele Eindrücke, Gesichter, Namen (und ich hab sogar noch Gesichter im Kopf, wenn ich Namen wie Asaf Bartov oder Liam Wyatt höre!) – das kann man alles gar nicht zusammenfassen.

  • Liam aus Australien prägte den Satz „Was das Rote Kreuz für die Gesundheit ist, sind wir für das Wissen“. Ein Journalist, der die Augen und Ohren aufsperrte, schrieb heute in der Berliner Zeitung: „Der Vergleich wirkt im ersten Moment anmaßend. Aber bei genauerer Betrachtung ist man geneigt, der Kanadierin (er meint Sue Gardner, die den Vergleich aufgriff) Recht zu geben. Das Ziel, das Wissen der Menschheit für alle verfügbar zu machen, formuliert einen altruistischen Anspruch, der dem 21. Jahrhundert angemessen zu sein scheint.“
  • Die Schnapsidee des Free Travel Shirts (oder sollte ich sagen: die Open-Source-Bier-Idee?) kommt ins Rollen. Am Samstag wurden die beiden Shirts von Jimbo Wales signiert und sind nun unterwegs in die weite Welt: eins nach Israel, und eins nach Usbekistan, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Mal sehen, wann wir sie wiedersehen...
  • Samstagabend, cbase: die Küchentruppe um Ralf Roletschek und Reiner Zenz stockt unter Einsatz von Leib und Leben kurzfristig von 40 auf 120 Esser auf. Und es war sowas von lecker - sogar für diejenigen, die sich wie ich nicht artgerecht ernähren... ;-) (Dieses Zwiebel-Rosinen-Mischmasch muß ich unbedingt nachkochen)
  • Was Daniel in seinem Wrap-Up am Sonntagmorgen in einem möglicherweise untergegangenem Satz erwähnte: Die Nerds in der cbase wären ohne Henriette mal wieder völlig verloren gewesen. Jeder Workshop braucht eine Mama...
  • Apropos Party: sowas von harmonisch, freundlich, intensiv – nur die DJs tun mir immer so leid, ich erlebe das nicht mehr, daß Wikipedianer wirklich mal ans Tanzen kommen.
  • „Wenn Du nach Argentinien fliegst, unbedingt in Sao Paolo zwischenlanden und mich besuchen! OK, see you in Sao Paolo :-)
  • Wie hieß nochmal das unübersetzbare brasilianisch-portugiesische Wort für „unentgeltliche Gemeinschaftsarbeit“?
  • Ein neuer Stammtisch: Wikipedia:ICE570. Jaja, schon richtig verstanden. ICE570.
  • Mathias hatte endlich mal eine Canon 5D Mark II mit einem 70-200/Blende 2.8 in der Hand. Die Begeisterung muß die Freude über die Bundesarchiv-Bilder noch übertroffen haben, dem Gesicht nach zu urteilen...
  • Endlich mal Benutzer:Jan eissfeldt live getroffen. Wenn ich mal einen Coach brauche, weiß ich, zu wem ich gehe ;-)
  • Arne Klempert is back - oder war er je weg?
  • Es soll ein neues Wikipedia-Paar geben. Aber ich hab nix gesagt!
(elya, die olle Tratschtante)


                 

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Die PND in der Wikipedia - wieso, weshalb, warum

Seit mehreren Jahren schon werden Personenartikeln in der Wikipedia umd PND eingefügt. Viele fragen sich sicherlich, warum? Welchen Vorteil bringt uns die PND? Was also ist die PND? Zitat aus der Wikipedia:

Es handelt sich um eine Nummer in einer PersonenNamenDatei, die von der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) und allen deutschen und österreichischen Bibliotheksverbünden gepflegt wird. Die Personeneinträge der PND sollen die erfolgreiche Suche nach Personen in der Deutschen Nationalbibliografie sowie den Beständen weiterer Bibliotheken, Archive und Museen im gesamten deutschen Sprachraum ermöglichen; ohne PND wäre nur die Suche nach Namen mit der Problematik der Schreibvarianten möglich.

Jede Person, die im deutsche Sprachraum schriftstellerisch tätig ist oder über die geschrieben wird, erhält eine PND-Nummer. Wir verwenden in der Wikipedia diese PND, um auf den Datenbestand der Deutschen Nationalbibliothek zu verlinken. Auch wenn (noch) keine Literatur von oder über eine Person erfasst ist, wird die PND in den Artikel eingegeben, dann aber für Otto-Normalleser unsichtbar hinterlegt. Über ein erstes Treffen von Wikipedianern mit der PND-Redaktion der DNB im November 2008 hatte ich im  Wikimedia Deutschland-Blog berichtet.

Heute möchte ich euch zeigen, dass auch wir, die Wikipedia, auch einen Nutzen aus der Verlinkung mit der DNB ziehen. Mindestens zwei Institutionen verlinken nämlich zu uns zurück, weil sie durch die Zuordnung PND - Wikipedia-Lemma in die Lage versetzt werden, ihren Kunden weiterführende Informationen zur Person in der Wikipedia zugänglich zu machen:

  • Die Deutsche Nationalbibliothek
  • Das Bundesarchiv

Wie sieht das aus?

File:Bundesarchiv - Website link to Wikipedia.jpg File:Deutsche_Nationalbibliothek_-_Website_link_to_Wikipedia.png
Link zur Bundesarchiv-Seite. Dort bitte nochmal auf das Bild klicken. Ein Direktlink ist nicht mögich. Direktlink zur DNB-Seite

Im übrigen war für das Bundesarchiv die Zuordnung der PND zu den Wikipedia-Artikeln ein mitentscheidender Grund, dass sie ihren Bildbestand, soweit schon digitalisiert und die notwendigen Rechte vorhanden, unter die freie Lizenz CC-by-SA-3.0/de gestellt haben (das Wikimedia-Blog berichtete). Ohne die freiwillige Arbeit vieler Wikipedianer in den letzten Jahren, die Artikel um die PND zu ergänzen, könnten wir heute noch nicht viele tausend Wikipedia-Artikel um wertvolle Bilder ergänzen.

Achja. Apropros freiwillige Arbeit ... Einige Wikipedianer helfen schon seit Dezember beim Zusammenführen des Dreisatzes Wikipedia-Lemma - PND - Bundesarchiv-Datensatz. Mathias Schindler sucht jetzt noch weitere fleißige Hände, die beim Matchen helfen :-)

Ich kann die Arbeit nur empfehlen. Sie ist nach einem langen Tag entspannend und man lernt etwas.

(Raymond)

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Workshop Köln: mein POV

Da ich vorher nix dazu gebloggt habe, weil ich Überfüllung befürchtete, heute meine kleine persönliche Rückschau auf den Wikipedia-Workshop Köln, der von Freitagnachmittag bis gestern Abend in den Clubräumen des Kölner Chaos Computer Clubs stattfand. 

Freitagabend war der Anreise gewidmet: war unser Stammtisch-Urgestein Loegge bereits als erster nachmittags an Ort und Stelle, reisten aus Berlin die letzten erst nach 22 Uhr an, einige schafften es sogar erst am Samstag. Einige taten sich schwer, die Clubräume zu finden, was auch damit zu tun hatte, daß es die berühmte Wikipedia-Flagge nicht mehr bis Köln geschafft hatte. Henriette in ihrer Eigenschaft als Community-Managerin hatte uns mit den Berlinern eine Ladung nigelnagelneue T-Shirts geschickt, mit denen dann eine kleinen Modenschau stattfand: Rot-Gelb-Blau mit unterschiedlich attraktiven Sprüchen standen zur Wahl. Recht unterschiedlich auch die Bereitschaft der Anwesenden, mal eben vor der versammelten Community öffentlich das Shirt zu wechseln ;-) Diskussionen und Nerd-Modeberatung durch anwesende Frauen war inklusive („nein, Mathias, du brauchst wirklich kein XL“). 

Da unsere Übernachtungsgäste leider alle mehr oder weniger kurzfristig absagen mußten (diesmal kein Wodka mit Steschke, JC etc. :-(), konnte sich Schwarze Feder an der Luftmatratze und dem kleinsten Bad von Köln erfreuen.

Unsere Lieblingsbäckerin versorgte uns am Samstagmorgen mit 120 köstlichen Brötchen, und es ging zurück in den Club zum Frühstücken und an die Arbeit: Für die Vormittags-Arbeitsgruppe hatte Ziko ein paar Übungen zum verständlichen Schreiben vorbereitet, und wir kämpften dann wirklich fast eine Stunde um den Einleitungsabschnitt der Photosynthese; mir gefiel hier die sehr fruchtbare und intensive Zusammenarbeit von Geistes- und Naturwissenschaftlern. „Erklär's mir nochmal: was genau wird hier in was verwandelt? Ist der Sauerstoff nicht wichtiger als die Glucose, warum nicht? Was sind höhere Pflanzen? usw.“ – es wurde klar, wie schwierig es ist, die „richtigen“ Worte zu finden. Ein wichtiges Fazit war jedoch auch, daß man zielgruppengerechte Verstehbarkeit bei Spezialartikeln von allgemeiner Laienverständlichkeit unterscheiden muß. Bei hochtheoretischen Artikeln aus der Quantenmechanik darf man sicher mehr voraussetzen als bei der genannten Photosynthese, die auch von Schülern der Mittelstufe nachlesbar sein sollte. In einem bleibe ich jedoch trotzig: ich als klassische „OMA“ will auch in einem mathematischen Artikel wenigstens den ersten Satz verstehen: worum geht's, welches Gebiet, und wozu braucht man das? Anstrengend (die Luft wurde sehr dick...) aber produktiv. Und die neue Einleitung zur Photosynthese wurde auch nicht direkt revertiert ,-)

Anneke und Schwarze Feder hatten nachmittags ein paar Folien zum Stichwort „Nazipedia“ – gemeint ist der mögliche Einfluß rechtsextremer Kräfte auf Wikipedia-Artikel – vorbereitet und auch hier gab es eine lebhafte Diskussion. Kann man sich komplett auf unsere Richtlinien zu NPOV und reputablen Quellen verlassen und auf die Selbstheilungskraft des Wikiprinzips vertrauen? Oder gilt es, Kräfte, die nachweislich die Gesellschaft spalten und Minderheiten ausgrenzen wollen, aktiv auszugrenzen, damit (u.a.) nicht andere Gruppen (und Einzelpersonen, z.B. durch Zermürbung) dadurch ausgegrenzt werden und so der strukturelle Bias sich verschärft? Die Meinungen darüber gingen durchaus auseinander, aber es wurden Ideen, Anregungen und Literatur ausgetauscht. Im nachhinein betrachtet, hätte ich mir ein wenig mehr konkrete Beispiele für rechte Einflußnahme gewünscht, um ein mehr „Fleisch“ in die Diskussion zu bringen. 

Es war schon gegen 18 Uhr, als Lyzzy und Raymond noch erstaunlich viele Zuhörer zum Thema Support-Team hatten – Anfang nächsten Jahres soll es übrigens für Interessierte einen Schnupper-Workshop geben, wo man die Arbeit mal etwas intensiver kennenlernen kann. 

Trotz dicker Luft und einsetzender Müdigkeit ging es munter weiter. Höhepunkt des Abends das freie Vortragen von lyrischen und weniger lyrischen Texten von Sokrates über Schiller und Schwarze Feder bis Sido. Es war diese ganz besondere „Workshop“-Stimmung, die hier zum Tragen kam, die ich liebe, und deren Essenz man kaum beschreiben kann. Ein Ding daran ist vielleicht, daß sich Leute, die tagsüber noch Türen schlagen können oder sich in Diskussionen hart angehen, abends sehr persönlich gefärbte Texte vortragen und einander noch zuhören können. Wenn man drei Tage so eng aufeinanderhockt, verändert sich was (und das ist gut™ so!) 

Ja, und nach einer kurzen Nacht und ziemlich viel Sand in den Augen und einem Kratzen im Hals begann der Sonntag. Die auf zwei Stunden angesetzten Lightning Talks dehnten sich dann doch auf drei Stunden, währenddessen schon die ersten abreisen mußten.

Von der Zusammensetzung fand ich diesmal die vielen Sprachinteressierten sehr schön: Erdal von der kurdischen, Purodha von der ripuarischen, Ziko, maha, Piti... man hatte sich was zu sagen. Trotzdem auch eine Reihe von technischen Themen für unsere Nerds dabei ;-) 

Erdal grüßte uns alle von einem Bekannten aus dem Iran, der sehr begeistert von dem Gedanken war, daß sich Wikipedianer „einfach so“ ein Wochenende zum Arbeiten treffen können. Sowas sei in seiner Heimat undenkbar. Womit ich jetzt noch zum Thema Zensur und Grund- und Persönlichkeitsrechte kommen könnte, aber davon haben wir alle am Wochenende wohl genug gehört ,-) 

(elya)

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Betawiki erfolgreich

Ende Juli 2008 habe ich die deutsche Lokalisierung von MediaWiki in das Betawiki/Translatewiki übergeben und weitere Übersetzer für das Projekt gesucht.

GerardM schreibt heute in seinem Blog (On the monthly Betawiki ) , dass sich die Qualität der deutschen Lokalisierung seitdem verbessert hat. Darüber freue ich mich sehr und möchte mich an dieser Stelle auch bei allen anderen bedanken, die im Translatewiki mitwirken. Tolle Arbeit, Jungs und Mädels :-)

Raymond.

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