don’t edit before breakfast.

elya + ray bloggen sich was zusammen. 
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Begegnungen im Netz

Eins der Dinge, die ich immer wieder faszinierend finde an der Arbeit in Wikipedia, ist, daß man auf die unglaublichsten Menschen und Themengebiete stößt, denen man sonst niemals begegnet wäre. Und es passieren einem die seltsamsten Dinge… (das folgende werden jetzt vielleicht nur die Code-Freaks verstehen, aber ja: dieser Beitrag ist wirklich von elya.)

Gestern sprach mich Mathias Schindler an, ob ich nicht eine Idee hätte, wie wir Håkon Wium Lie mit einer Anfrage auf MediaWiki.org helfen könnten. Ich klickte natürlich erst auf den Artikel dieses Menschen, und las mit Faszination, daß wir es bei Benutzer:Howcome also mit dem CTO von Opera und dem Erfinder von Cascading Style Sheets zu tun haben. Wow. Trotzdem schauten Ray und ich uns abends todesmutig sein Problem an, zu dem er immerhin schrieb, daß es „impossible to remove the markers by way of CSS“ sei.

Nach einigem Hin- und Hergeeiere auf Rays Testwiki warf ich nochmal einen Blick in die Tiefen der CSS-Spezifikationen und fand tatsächlich einen Schnipsel, der in diesem Fall das Problem zu lösen schien. Zugegeben, es ist zwar mein Job, tagsüber meine Azubis mit so einem Zeug zu quälen und ab und zu auch noch selbst ein paar Zeilen Code zu schreiben – aber schlagen wir jetzt dem Erfinder von CSS tatsächlich eine CSS-Lösung für sein Problem vor? Ja, machen wir. Und das beste: er fand sie auch noch OK…

Wenn mich also jemand die nächsten Tage 10 Zentimeter über dem Boden durch Köln schweben sieht, weiß er jetzt warum.

(elya)

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890.000 Dollar für Interface-Verbesserung

Eine gute Woche. Eben die Pressemitteilung der Foundation gelesen: Die Stanton Foundation, benannt nach dem CBS-Chef Fank Stanton, spendet 890.000 US-$ mit dem Zweck, die Benutzeroberfläche von Wikipedia für Neuautoren einfacher/zugänglicher zu machen. Ich bin begeistert - wer nämlich einmal außerhalb unseres sehr kleinen WP-Universums versucht hat, einem Newbie die Benutzung eines Wikis zu erklären, weiß, daß wir uns das mit dem "Wiki-wiki-ist-alles-doch-ganz-einfach" nur einbilden. Das war vielleicht 2003 mal so, ist jedoch lange Vergangenheit. Die Wikipedia-Oberfläche ist insgesamt unglaublich kompliziert geworden, wir haben uns eben nur daran gewöhnt.

Ideen, wie man sowas machen könnte, gehen mir schon lange durch den Kopf:

  • Usability-Studie eines unabhängigen Instituts/Uni
  • Umfrage in der Community
  • Projektteam bei der Foundation, Besetzung einer Jury mit Fachleuten und gewählten Community-Mitgliedern
  • Beschreibung der Anforderungen
  • Internationale Ausschreibung, z.B. an entsprechenden Hochschulen
  • ... usw.

Denn: es geht ja nicht nur ums Finden von Lösungen, sondern auch um die Akzeptanz unter den „Alt“-Benutzern, die jede noch so geringe Veränderung an „ihrem“ Interface seitenweise diskutieren müssen...

(elya)

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Wer singe Püngel schnürt...

Weil mir grade so sentimental ist, Frank: 

Ich hätte echt gerne mit Dir die Nacht durch weitergesoffen. Aber Du bist ja auch künftig eigentlich nur einen Edit weit weg, da drüben, Wand an Wand mit Godwin's Law und Schrödingers Katze. 

Ich saach nit „Lebwohl“
dat Woot dat klingt wie Hohn
völlig hohl
Maach et joot.
(Trude Herr)

(elya)

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Workshop Köln: mein POV

Da ich vorher nix dazu gebloggt habe, weil ich Überfüllung befürchtete, heute meine kleine persönliche Rückschau auf den Wikipedia-Workshop Köln, der von Freitagnachmittag bis gestern Abend in den Clubräumen des Kölner Chaos Computer Clubs stattfand. 

Freitagabend war der Anreise gewidmet: war unser Stammtisch-Urgestein Loegge bereits als erster nachmittags an Ort und Stelle, reisten aus Berlin die letzten erst nach 22 Uhr an, einige schafften es sogar erst am Samstag. Einige taten sich schwer, die Clubräume zu finden, was auch damit zu tun hatte, daß es die berühmte Wikipedia-Flagge nicht mehr bis Köln geschafft hatte. Henriette in ihrer Eigenschaft als Community-Managerin hatte uns mit den Berlinern eine Ladung nigelnagelneue T-Shirts geschickt, mit denen dann eine kleinen Modenschau stattfand: Rot-Gelb-Blau mit unterschiedlich attraktiven Sprüchen standen zur Wahl. Recht unterschiedlich auch die Bereitschaft der Anwesenden, mal eben vor der versammelten Community öffentlich das Shirt zu wechseln ;-) Diskussionen und Nerd-Modeberatung durch anwesende Frauen war inklusive („nein, Mathias, du brauchst wirklich kein XL“). 

Da unsere Übernachtungsgäste leider alle mehr oder weniger kurzfristig absagen mußten (diesmal kein Wodka mit Steschke, JC etc. :-(), konnte sich Schwarze Feder an der Luftmatratze und dem kleinsten Bad von Köln erfreuen.

Unsere Lieblingsbäckerin versorgte uns am Samstagmorgen mit 120 köstlichen Brötchen, und es ging zurück in den Club zum Frühstücken und an die Arbeit: Für die Vormittags-Arbeitsgruppe hatte Ziko ein paar Übungen zum verständlichen Schreiben vorbereitet, und wir kämpften dann wirklich fast eine Stunde um den Einleitungsabschnitt der Photosynthese; mir gefiel hier die sehr fruchtbare und intensive Zusammenarbeit von Geistes- und Naturwissenschaftlern. „Erklär's mir nochmal: was genau wird hier in was verwandelt? Ist der Sauerstoff nicht wichtiger als die Glucose, warum nicht? Was sind höhere Pflanzen? usw.“ – es wurde klar, wie schwierig es ist, die „richtigen“ Worte zu finden. Ein wichtiges Fazit war jedoch auch, daß man zielgruppengerechte Verstehbarkeit bei Spezialartikeln von allgemeiner Laienverständlichkeit unterscheiden muß. Bei hochtheoretischen Artikeln aus der Quantenmechanik darf man sicher mehr voraussetzen als bei der genannten Photosynthese, die auch von Schülern der Mittelstufe nachlesbar sein sollte. In einem bleibe ich jedoch trotzig: ich als klassische „OMA“ will auch in einem mathematischen Artikel wenigstens den ersten Satz verstehen: worum geht's, welches Gebiet, und wozu braucht man das? Anstrengend (die Luft wurde sehr dick...) aber produktiv. Und die neue Einleitung zur Photosynthese wurde auch nicht direkt revertiert ,-)

Anneke und Schwarze Feder hatten nachmittags ein paar Folien zum Stichwort „Nazipedia“ – gemeint ist der mögliche Einfluß rechtsextremer Kräfte auf Wikipedia-Artikel – vorbereitet und auch hier gab es eine lebhafte Diskussion. Kann man sich komplett auf unsere Richtlinien zu NPOV und reputablen Quellen verlassen und auf die Selbstheilungskraft des Wikiprinzips vertrauen? Oder gilt es, Kräfte, die nachweislich die Gesellschaft spalten und Minderheiten ausgrenzen wollen, aktiv auszugrenzen, damit (u.a.) nicht andere Gruppen (und Einzelpersonen, z.B. durch Zermürbung) dadurch ausgegrenzt werden und so der strukturelle Bias sich verschärft? Die Meinungen darüber gingen durchaus auseinander, aber es wurden Ideen, Anregungen und Literatur ausgetauscht. Im nachhinein betrachtet, hätte ich mir ein wenig mehr konkrete Beispiele für rechte Einflußnahme gewünscht, um ein mehr „Fleisch“ in die Diskussion zu bringen. 

Es war schon gegen 18 Uhr, als Lyzzy und Raymond noch erstaunlich viele Zuhörer zum Thema Support-Team hatten – Anfang nächsten Jahres soll es übrigens für Interessierte einen Schnupper-Workshop geben, wo man die Arbeit mal etwas intensiver kennenlernen kann. 

Trotz dicker Luft und einsetzender Müdigkeit ging es munter weiter. Höhepunkt des Abends das freie Vortragen von lyrischen und weniger lyrischen Texten von Sokrates über Schiller und Schwarze Feder bis Sido. Es war diese ganz besondere „Workshop“-Stimmung, die hier zum Tragen kam, die ich liebe, und deren Essenz man kaum beschreiben kann. Ein Ding daran ist vielleicht, daß sich Leute, die tagsüber noch Türen schlagen können oder sich in Diskussionen hart angehen, abends sehr persönlich gefärbte Texte vortragen und einander noch zuhören können. Wenn man drei Tage so eng aufeinanderhockt, verändert sich was (und das ist gut™ so!) 

Ja, und nach einer kurzen Nacht und ziemlich viel Sand in den Augen und einem Kratzen im Hals begann der Sonntag. Die auf zwei Stunden angesetzten Lightning Talks dehnten sich dann doch auf drei Stunden, währenddessen schon die ersten abreisen mußten.

Von der Zusammensetzung fand ich diesmal die vielen Sprachinteressierten sehr schön: Erdal von der kurdischen, Purodha von der ripuarischen, Ziko, maha, Piti... man hatte sich was zu sagen. Trotzdem auch eine Reihe von technischen Themen für unsere Nerds dabei ;-) 

Erdal grüßte uns alle von einem Bekannten aus dem Iran, der sehr begeistert von dem Gedanken war, daß sich Wikipedianer „einfach so“ ein Wochenende zum Arbeiten treffen können. Sowas sei in seiner Heimat undenkbar. Womit ich jetzt noch zum Thema Zensur und Grund- und Persönlichkeitsrechte kommen könnte, aber davon haben wir alle am Wochenende wohl genug gehört ,-) 

(elya)

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SW-Finale in Wien

Wien, Nähe Südbahnhof. Es ist Sonntag, 7:41 mitteleuropäische
Winterzeit, und um mich herum in der Wohnung verteilt schläft sich ein
Teil der diesjährigen Schreibwettbewerbs-Jury noch aus. Die
herumliegenden Schmetterlings- und Käferbücher bieten mir keine sooo
spannende Lektüre, also schnappe ich mir das Netzkabel und werde dem
Motto dieses Blogs untreu (ich kann jetzt unmöglich die Espressomaschine
anschmeißen, die mich gestern über den Tag gerettet hat).

Es war ein langer, anstrengender, aber sehr konstruktiver Tag.
Freitagabend waren wir drei Kölner spätabends eingetrudelt und trafen
schon bei Bradypus fast alle auf ein Bier und seltsam bis lecker
aussehende „Käsekrainer“ zusammen. Am nächsten Morgen gings gleich nach
neun und ein paar Tassen Kaffee (Betonung in Wien unbedingt auf der
zweiten Silbe!) weiter.

Wie läuft eigentlich so eine Jurysitzung ab?

Acht Personen aus vier Themenbereichen hatten sich mehrere Wochen mit
insgesamt 94 Artikeln befaßt. Dabei lasen die Sektionsjuroren jeweils
alles aus ihrer Sektion und stellten ihre Spitzengruppe (4-5 Artikel)
vor gut einer Woche den anderen Sektionen vor, zunächst ohne Rangfolge
und Kommentar. Samstag morgen sollte also jeder die 19 Spitzenartikel
gelesen haben (Hausrotschwanz: Flughafen Düsseldorf, den Rest vom Klee
im Flugzeug...)

Nun galt es, aus den 19 die Gesamtsieger, maximal 10 Artikel
herauszufiltern. Dazu haben wir uns den ganzen Vormittag Zeit genommen
und jeden einzelnen Artikel 10-15 Minuten einzeln besprochen, wobei
jeder seine Notizen und Anmerkungen einbrachte. Einige kamen mit
ordentlichst abgehefteten Ausdrucken im dicken Leitzordner an, andere
hatten unglaublich viele Einzelheiten aus den Artikeln noch im Kopf. Ich
fand es sehr schön, daß trotz deutlich unterschiedlicher Temperamente am
Tisch alle zu Wort kamen und keine Sektion die andere dominierte. Schön
immer der recht stille Voyager, der sich zu Wort meldete, wenn alle
anderen durch waren: „ich hätte da noch zwei Anmerkungen…“ – und es gab
und gibt immer noch etwas zu sagen!

Gegen 13:30 waren wir soweit durch, daß wir eine klare Spitzengruppe
hatten, ein kräftiges Mittelfeld von potentiellen Nachrückern und einige
wenige, die deutlich aus der Spitzengruppe herausfielen, und nach dem
Mittagessen (Maroni-Palatschinken…) ging es an die Laudationes, die
Rangfolge und recht zügig die Spitzengruppen der einzelnen Sektionen, zu
denen sich die Jurorenpaare noch einmal einzeln zurückzogen. Das
Ergebnis ist natürlich schon längst auf [[WP:SW]] zu finden.

Es gab schließlich nur eine wirklich langwierige Diskussion zu einer
schwierigen Frage: Mit welchem kreativen Zusammenfassungskommentar
können wir den vom letzten Mal („weißer Rauch“) toppen?

Der Kubb
Kreativ wurden wir erst wieder mit der Gestaltung des Kubbkönigs, bei
dem uns die vier Siegerartikel mit Bildmotiven zur Seite standen. Fotos
folgen demnächst auf Benutzer:Achim Raschka/SW-Kubb.

Wir hinterließen ein Schlachtfeld von ausrangierten Artikelausdrucken
als Unterlagen für Kubb-Farbschmierereien, leeren Saftpackungen und
Kaffeetassen und schlugen uns Richtung Westbahnhof zum Stammtisch durch,
wo der Abend in überraschend großer Runde sehr angenehm ausklang. Für
mich Namen- und Gesichter-Chaot mal repetieren, mit wem ich mehr als
einen Handschlag ausgetauscht habe... Otto Normalverbraucher saß zwei
weiter rechts neben mir. Hubertl, geht Montag mit mir in die
Nationalbibliothek. Bernhard Wallisch, Ägyptologie als Thema, gegenüber
saß Robert Sch... und direkt rechts von mir El bes von der bairischen
WP. Griensteindl Hela noch, die einzige Frau in der Runde. Viele andere
noch dabei, angenehme und lustige Gesellschaft und ein langer Abend...

Sonntag, 8:23. So langsam krieg ich BrötchenSemmelhunger.

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Eindrücke von der YOU

Ein paar schnelle Eindrücke von der YOU in Berlin: Toller
Wikipedia-Stand, tolles Team, höllisch laute Halle, Unbearbeitete
Fotos: http://picasaweb.google.de/raimond.spekking/YouAuswahlTag0Und1#

Bisher abgelichtete Promis: Rania Zereri, Luxuslärm, Das Bo, Ali A$.

Heute noch Presseakkreditierung für die JETIX-Preisverleihung
erhalten. Sogar an Ohrstöpsel gedacht.

Ray.

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Offline-Wochenende in Berlin

Wir haben es überlebt: Drei Tage Berlin, die das Potential zu „Non-Stop-Wikipedia“ hatten. Auf der Hinfahrt Donnerstag Nachmittag konnte ich mir im Zug einen ersten Überblick über meine Schreibwettbewerbs-Sektion verschaffen. Sind das wirklich fünf Albenartikel aus dem Bereich Rap und Metal? Dazu Helmut Lotti, Little Richard, Bonanza Banzai und [[Musik]]? Nach dem ersten Fluchtreflex war doch einiges durchaus amüsant zu lesen.

Direkt vom Bahnhof ging's mit der grandiosen Party in der C-Base weiter. Wie sagte doch jemand? Sobald eine kritische Masse von 8-10 Wikipedianern zusammenkommen, sind sie so glücklich miteinander beschäftigt, daß gar nichts mehr schief gehen kann. Trotzdem ist das köstliche, phantasievolle und für Vegetarier optimal beschriftete Büffet zu erwähnen, die (für mich) überraschend rauchfreie Lokalität und die insgesamt großartige (sebmol: sic!) Organisation durch Henriette und ihr Team.

Irgendwann schaffe ich es auch nochmal, den Leuten nicht auch bei der dritten Begegnung noch auf das Namensschild zu starren. Verbesserungsvorschlag: Namensschild ans Kragenrevers, dann fällt der Blick nicht so auf. Nette Gespräche mit Catrin, unserer neuen Wikimedia-Pressefrau, Maha, Düsentrieb und einigen anderen. Meine Lieblingssorte Bionade Ingwer-Orange bis zum Abwinken - angeblich schon nicht mehr cool, wie JC mir verriet. Aber lecker. 

Freitag nach dem Frühstück, bei dem man das Verhalten verschlafener Wikipedianer vor dem ersten Kaffee/Tee beobachten konnte, kaum von den guten Gesprächen in der Lobby trennen können, um noch ein wenig Feiertagsluft unter den Linden zu schnuppern, bevor es am frühen Abend an das „Aufbrezeln“ für die Quadriga-Festivitäten ging.  Abendgarderobe war angesagt: Elya mit Make-Up und hohen Absätzen, kann sich das jemand vorstellen? 

Was bleibt im Kopf von der Gala-Veranstaltung: Viel Prominenz, drei Stunden lange Laudationes (was man als Juror so alles lernt: z. B. den Plural von Laudatio) und irgendwie unpassende Musik. Ein undeutlich sprechender Peter Gabriel. Ein leuchtend oranges Wikimedia-Hemd irgendwo in der dunklen Journalistenloge (SCNR). Neun von uns landeten anschließend noch im nahegelegenen Vapiano, wo der Abend harmonisch ausklang (wie gesagt, 8-10 Wikipedianer...)

Samstag fühlte sich gut an: wow, erst Samstag! Shoppen, Spazierengehen, Kaffeetrinken, Flohmarktgestöber, ganz wikipediafrei, wenn auch etwas kalt. Erst abends wieder in kleiner, wunderbarer Runde bei einem schnuckligen Italiener gelandet und Pitis Schreibwettbewerbs-Kubb entgegengenommen. In „unserem“ Zimmer bei JC eine kurze, aber erholsame Nacht verbracht, bis es Sonntag schon wieder zum Arbeitsfrühstück in Schöneberg ging: Während die anderen den nächsten OTRS(ups)-Workshop besprachen, vergnügte ich mich mit Reign in Blood, den Pommerschen Fischerteppichen und literweise Kaffee.

Ein rappelvoller ICE brachte uns und Lyzzy zurück ins Rheinland, zum Glück mit Sitzplätzen und somit der Gelegenheit zu ausführlichen Besprechungen (wir sehen uns ja auch sonst nie) sowie der Lektüre der Black Maria und der Glasglocke

Sonntagabend, Punkt acht Uhr in Köln: Das erste Mal online seit 3 Tagen und 3 Nächten, muß ja auch, Jurysitzung im IRC wartet. 

(elya.)

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Besser schreiben lernen

In Sachen „Gutes Schreiben“ sind die meisten von uns Autodidakten. Auf meinem Klo liegt zwar gelegentlich die Lektüre „Guter Stil“ oder „Professionell Schreiben“, aber letztlich geht's wie so oft: learning by doing. Nun sind wir zwar alle Wikipedia-Profis, und viele Texte sind kleine oder größere Perlen. Dennoch: wie machen das eigentlich die Schreib-Profis, und welche Schreibtechniken kann man effektiv lernen, um seinen Stil zu verbessern, verständlicher, klarer und damit leserfreundlicher zu schreiben? Ohne dabei die Exaktheit aus dem Auge zu verlieren? 

Als Ziko auf dem letzten Community-Tag im Frühjahr das Thema ansprach, als wir im Workshop „Was kann der Verein tun, um die Qualität in Wikimedia-Projekten zu fördern“ zusammensaßen, nickte elya wieder mal ganz heftig mit dem Kopf. Ein Skiverein macht Skikurse. Ein Fußballverein trainiert. Ein Enzyklopädieverein? Richtig, könnte mal Schreibkurse organisieren. 

Um das beliebte „Man könnte doch mal“ hat sich Lyzzy (Danke!) gekümmert: am 10. Oktober gibt's in Frankfurt die erste Wikipedia:Schreibschulung.

Bin gespannt! 

 

P.S.: Daß sich inzwischen schon ein ganz spezieller „Wikipedia-Stil“ entwickelt hat, wäre sicher auch mal ein Thema für eine wissenschaftliche Analyse. 

(elya)

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Ab 0 Uhr läuft der Schreibwettbewerb

Die Profis liegen mit ihren Artikeln sicher schon in den Startlöchern,
wer jetzt anfängt zu schreiben, hat 30 spannende Tage vor sich: Der
Schreibwettbewerb in der de.wikipedia hat begonnen, genauer: ab heute
Nacht 0 Uhr können Artikel nominiert werden, die dann ab Anfang Oktober
von der Jury gelesen (gelesen, gelesen, gelesen...) und bewertet werden.

Im Vordergrund stehen zwei Dinge: Spaß und die Verbesserung der
Enzyklopädie. Zugelassen sind zum Nominierungsstichtag unzureichende und
kurze (bis 8000 Zeichen) Artikel.

Und: es gibt was zu gewinnen! Die Preise können sich wieder einmal sehen
lassen - die edlen Spender haben keine Kosten, Mühen oder Fantasie
gescheut, um originelle und hochwertige Preise bereitzustellen. Dabei
sind z.B. ein „Frühstück mit Elefant“, ein ganzes selbstgejagtes Reh
(kein Scherz) und ein Nationaltrikot mit den Originalunterschriften der
Fußball-Nationalelf... und vieles vieles mehr!

Alles rund um den Schreibwettbewerb findet Ihr hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Schreibwettbewerb

Auch wenn die Qualitäts-Latte erfreulicherweise schon ziemlich hoch
liegt, mein Tipp: sei mutig!

(elya, die als Jurymitglied ziemlich viel zu Lesen haben wird)

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Mein POV zu den gesichteten Versionen

Seit einer Woche läuft nun das Meinungsbild zur Fortführung der gesichteten Versionen. Über den bisherigen Verlauf bin ich ehrlich gesagt (positiv) überrascht. Eine so deutliche Zustimmung zur Option 3 (nicht angemeldete Leser erhalten standardmäßig die letzte gesichtete Version) hatte ich nicht erwartet.

Ich möchte gerne noch auf einen Punkt eingehen, der meiner Meinung kaum genannt wird:

Den Leser


Für wen schreiben wir an der freien Enzyklopädie Wikipedia? Für uns Wikipedianer? Ja, natürlich. Aber vor allem für den Leser, den Nicht-Wikipedianer.

Als Argument gegen die gesichteten Versionen wird oft aufgeführt, dass der Leser offensichtlichen Vandalismus ja erkennen kann. Was aber soll der Leser mit einem Satz „Karl ist doof" mitten in einem Artikel - oder noch schlimmer, anstatt des Artikeltextes - anfangen? Er wird verunsichert sein, vielleicht auch verärgert, da er Informationen sucht.

Der normale Leser kennt die Strukturen der Wikipedia nicht, kennt den „Bearbeiten"-Knopf nicht. Selbst wenn er mutig ist, und den Artikel bearbeiten möchte, um „Karl ist doof" zu entfernen, weiß er nicht, ob der doofe Vandale nicht auch Text gelöscht oder anderen verfälscht hat. Dies kann man nur über die Versionsgeschichte herausfinden bzw. dem entsprechenden Diff-Link. All diese Techniken kennt der Leser aber nicht. Die Mitarbeiter des Support-Teams können von entsprechenden Vandalismus-Meldungen auch ein Lied singen.

Ich stelle die Behauptung auf, dass der normale Leser der Wikipedia mit den Artikeln direkt arbeiten möchte, ausdrucken, in ein Word-Dokument kopieren möchte. Er hat keine Lust, keine Zeit, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie er „Karl ist doof" bewerten muss. Die Erkenntnis, dass der Artikel Vandalismus enthält, nutzt ihm absolut nichts. Er wird an seiner Arbeit gehindert. Wollen wir das? Ich sage Nein.

Die so oft zitierte „Eingangskontrolle" findet auch nicht jeden Vandalismus in kürzester Zeit (Beispiele für stunden- bis tagelang nicht aufgefallenen Vandalismus). Dies ist kein Vorwurf an die Wikipedianer, die sich den Letzten Änderungen widmen. Jeder arbeitet freiwillig mit und niemand ist zu einem bestimmten Arbeitspensum verpflichtet. Aber mit den gesichteten Versionen haben wir ein Werkzeug an der Hand, um zuverlässig jede Bearbeitung  kontrollieren zu können.

Neben dem offensichlichen Vandalismus gibt es auch noch das breite Themenfeld der Persönlichkeitsrechtsverletzungen. Artikel über lebende Personen sind besonders gefährdet, da dort gerne unbelegte, oft verleumderische, Informationen eingefügt werden. Das Support-Team erhält täglich E-Mails von Personen, über die ein Artikel in der Wikipedia besteht. Auch hier helfen die gesichteten Versionen bei der Eingangskontrolle, um justiziable Falschinformationen dem Leser gar nicht erst anzuzeigen. Das setzt natürlich voraus, dass alle Wikipedianer unsere Richtlinien über biographische Artikel ([[WP:BIO]]) kennen bzw. umsetzen.

Zum Schluss möchte ich noch gerne eine Zahl in den Raum stellen: Je nach Tageszeit sind ca. 93 bis 96 % aller Zugriffe auf die Wikipedia reine Lesezugriffe. Lesezugriffe sind dadurch definiert, dass die fertig erstellen Seiten von den Squids (= Zwischenspeichern) ausgeliefert werden.

Nur 4 bis 7 % aller Zugriffe werden von den aktiven Wikipedianern erzeugt, indem sie lesend und schreibend direkt auf die Datenbankserver in Florida zugreifen.

Ich finde dies eine beeindruckende Zahl, denn es unterstützt meine obigen Ausführungen, dass wir für den normalen Leser schreiben.

Die angehängte Grafik mit Stand von Sonntag, 10. August, 10:37 UTC ( = 12:37 MESZ) besagt: Wir hatten 25587 Zugriffe pro Sekunde, davon lediglich 1678 auf die Datenbankserver (= 6,5 %). Die schwarze Linie am unteren Rand zeigt die Datenbankzugriffe, zudem ist sie im Tagesverlauf relativ konstant, so dass bei höheren gesamten Lesezugriffe der Prozentsatz der Bearbeitungen relativ gesehen sinkt (minütlich aktualisierte Grafik).

Gestützt werden diese Zahlen durch eine ARD/ZDF-Onlinestudie von Martin Fisch und Christoph Gscheidle aus 2008.

Zitat aus dieser Studie (PDF-Dokument, Seite 5):

Obgleich eine Web-2.0-Anwendung, überwiegen auch
bei der Nutzung des populärsten Mitmachdienstes,
Wikipedia, die Abrufe. 95 Prozent der Wikipedia-
Besucher sind nur der Informationsbeschaffung
wegen dort. Somit ist nur ein kleiner Teil der Nutzer
für das Verfassen und Bearbeiten von Artikeln
verantwortlich. Die aktivste Altersgruppe beim
Einstellen von Informationen ist die Gruppe der
20- bis 29-Jährigen. Immerhin 7 Prozent der Wikipedia-
Nutzer in dieser Altersgruppe haben schon
einmal einen Beitrag erstellt oder bearbeitet. Onliner
ab 50 Jahre dagegen gehören zu den Verweigerern
einer aktiven Beteiligung. Nur 2 Prozent
der älteren Wikipedia-Nutzer haben schon einmal
einen Artikel verfasst oder einen Beitrag ergänzt.

Ich finde, dies zeigt die Verantwortung gegenüber dem Leser sehr gut, mit der wir hier umgehen müssen.

 

Raymond.

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