Führung durch die Bibliothek.
Nach dem normalen Konferenzprogramm gab es gestern noch eine Führung
durch die Bibliothek. Zwei audiovisuelle Präsentionen zeigten den
Stolz der Einrichtung: einmal interative 3D-Visusalisierungen u.a. aus
MRT-Schnittbildern (man konnte in den Schädelknochen reingehen, oder
durch das sehr detailtreue 3D-Modell der Bibliothek), und dann ein
über neun Screens (via Beamer) horizontal verbundene interaktive
Multimediaanwendungen.
Nicht uninteressant, aber dann gab es endlich einen Blick in den
großen Lesesaal, der in einer offenen Architektur über mehrere Etagen
verteilt ist. Direkt dort standen auch die Racks des Internet-Archivs
(archive.org) - denn hier ist einer der beiden Standorte dieses
Projekts.
Die Kinnlade jedoch fiel uns herunter, als sie uns ihr
Digitalisierungsprojekt vorstellten: jedes Buch soll digitalsiert
werden, und sie haben einen ganz guten Durchsatz - in zwei Schichten
(18 Std) pro Tag laufen die Scanner, und sie haben - für die
überwiegend arabischen Texte wird in reinem schwarz/weiß gescannt -
ein System, das ohne manuelles Korrekturlesen auskommt und auf 90-95%
Korrektheit hinausläuft. Der Clou: sie speichern zusätzlich die
Koordinaten jedes einzelnen Wortes auf der gescannten Seite und können
dann bei einer Volltextsuche (über den Textkorpus) den Highlight auf
der gescannten Buchseite anzeigen. Und das ganze in einem recht
aufwendig designten User Interface sehr benutzerfreundlich. Und alles
mit Open Source Software programmiert.
Mit uns beeindruckt war Erik Zachte, u.a. der Programmierer von
Wikistats und der Timeline-Erweiterung. Mit dem sind wir dann
kurzerhand abendessen gegangen.
Als wir zurück zu den Dorms kamen, stolperten wir unversehens noch in
ein improvisiertes chapter meeting im Frühstücksraum, bei dem
Wikimedia Israel, Australien, Norwegen, Schweiz und durch uns
Deutschand vertreten war. Lustige Ideen zur Mitgliederwerbung aus
Australien. Dror aus Israel liebt die Idee des Schreibwettbewerbs und
adaptiert sie in die he-wp. (wir sollten unsere Ideeen vielleicht mehr
promoten? Und wo sind eigentlich die Autoren auf dieser Konferenz?)
Und: es gibt doch auch anderswo Stammtische, in Israel machen sie
regelmäßig Picknick in einem Park mit rund 10-15 Personen. In der
Schweiz hingegen scheint es völlig unüblich zu sein, sich im real life
zu treffen.